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Wen man einladen sollte!

3 Kommentare
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Auch wenn ich seit ein paar Monaten nur mehr selten dazu komme, liebe ich es ja, Menschen zu uns nach Hause zum Essen einzuladen. Ich gehöre ja auch zu den wahnsinnigen Menschen, die im Juli damit beginnen, sich Gedanken über ihr jährliches Weihnachtessen machen. Deshalb habe ich mir gedacht, ich lasse euch an diesem Wahnsinn etwas teilhaben und werde in nächster Zeit immer mal wieder einen Blogpost zum Thema “Zum Essen einladen” schreiben. Weil immer nur Rezepte sind ja auch fad, oder…

Bevor man sich Gedanken macht, wie man die Stoffservietten faltet und ob man eine Käseplatte oder doch etwas Süßes als Dessert serviert (die Antwort auf diese Frage, lautet übrigens immer SÜSSES!), sollte man sich Gedanken über seine Gäste machen.

Denn mindestens genauso wichtig wie das Essen, dass man serviert, sind die Gäste, denen man es serviert. (Ich find die Gäste ja sogar wichtiger, aber ich bin Foodblogger, deshalb kann ich das schreiben… Ihr versteht…)

So oder so sollte man sich also ganz genau darüber Gedanken machen, wen man einlädt. Denn man beginnt sich spätestens dann Gedanken über die nächste Gästeliste zu machen, wenn man mal den ganzen Tag in der Küche gestanden ist und dir dann der Gast zu deiner Linken erklärt, was von seinem Essen er nicht essen möchte, die Person zu deiner Rechten, abhaut sobald er die Dessertgabel niedergelegt hat und der Rest der Runde nicht viel mehr als  Rauchpausen zum Abend beiträgt.

Prinzipiell möchte man natürlich nur seine engsten Freunde um seinen Tisch sitzen habe. Das wäre schön, das wäre vertraut und so wunderbar einfach! Aber meiner Erfahrung nach, klappt das aber nur im Lala-Land. Denn wenn man nicht 21 Jahre alt ist und man gerade erst alle seine Freunde kennen gelernt hat, gibt es genügend Abende an denen sich so manche Pappnasen nichts zu erzählen haben. Jedenfalls passiert das meiner Erfahrung nach immer wieder mal…

Und ganz abgesehen davon, ist so eine kleine Dinner Party eine wunderbare Möglichkeit neue Leute einzuladen und besser kennen zu lernen.

In meiner Erfahrung, sind Dinner Partys mit einem bunten Mix aus Menschen, die sich nicht wirklich kennen ein Drahtseilakt. Denn es ist meist förderlich, wenn sich ein kleiner Teil der Menschen am Tisch bereits kennen. Sonst verbringt man schnell mal den halben Abend mit Basis-Themen wie “Und was machst du so?”. Nur ein “neues Pärchen” einzuladen, wenn der Rest der Runde ein Freundeskreis ist, der sich schon 20 Jahre kennt, klappt hingegen meist auch nicht so richtig!

Eine Idee, die ich immer wieder nett finde ist, nur halb soviel Menschen einzuladen, wie an den eigenen Tisch passen und jedem Gast zu sagen, er muss jemanden mitbringen, den die anderen noch nicht kennen.

Was übrigens jede Dinner-Party braucht ist eine Handvoll Entertainer. Also extrovertierte Menschen, die gerne reden, aber genauso gerne Frage stellen und nie um einen Scherz verlegen sind. Dank ihnen kommt ein Gespräch niemals ins Stocken. Man nennt sie nicht umsonst “Life of the Party”.

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Abschließend für alle, die nicht selbst einladen, aber eingeladen sind, ein paar Punkte, die sich jeder Gastgeber von seinen Gästen insgeheim wünscht:

Der perfekte Gast…

… steht nicht 20 Minuten zu früh auf der Matte. Denn gerade diese 20 Minuten sind für den Gastgeber entscheidend!

… kommt keine Stunde zu spät – alles über 15 Minuten ist unhöflich

… kommt gut gekleidet. Es geht hier nicht um bodenlanges Kleid und Frack, sondern man dem Gastgeber zeigt, dass man sich etwas Gedanken um sein Outfit gemacht hat und nicht direkt von der Couch kommt.

… taucht nicht mit leeren Händen auf. Eine kleine Aufmerksamkeit für den Gastgeber zeigt, dass man seine Mühen für den Abend wert schätzt. By the way: Geld nimmt man nur ins Restaurant mit und nicht als Gastgeschenk.

… schaltet sein Handy ab. Ein Bild für Instagram vom schön gedeckten Tisch zu machen, ist ein Kompliment. Den ganzen Abend auf WhatsApp zu verbringen, nicht.

… unterhält sich gerne. Er wartet nicht nur darauf bis ihm jemand eine Frage stellt, die er beantworte kann, sondern ist vor allem an den anderen Gästen interessiert und bemüht sich so das Tischgespräch am Leben zu halten.

… bleibt bis zum Schluss. Und entschuldigt sich nicht noch vor dem Dessert, weil er müde ist oder (noch schlimmer) noch etwas anderes vor hat.

… bedankt sich. Und wenn es nur eine SMS am nächsten Tag ist.

Zugegeben, ich halte auch nicht immer alle Regeln ein, aber: nobody is perfect…

Kommentare

  1. Thea

    Und wenn ich weiß , dass der/die Gastgeber/in absolut auf Florales steht, schicke ich Entsprechendes voraus. So steht die Blütenpracht beim Eintreffen der Gäste schon in der passenden Vase; habe auch schon eine Vase mitgeschickt.
    Ist das Präsent aber etwas Kräuteriges, dann kein Mickertöpfchen aus dem Super-/Bio-Markt, sondern eine üppige Schönheit – entweder in hübschem Übertopf oder mindestens mit schönem Papier drapiert.
    Absolut d’accord mit den Regeln…

  2. Mareike

    Ausnahme für ein früheres Verlassen, ist wenn etwas mit dem Kind ist. Dafür sollte man als Gastgeber Verständnis haben. Alles andere ist ein No-Go. Die Einladung kommt ja nicht überraschend, so dass eigentlich immer genügend Zeit zum Planen ist. Mit leeren Händen kommen finde ich persönlich auch richtig unhöflich. und selbst wenn es eine einzelne Blume ist, irgendwas sollte man definitiv mitbringen.

    • Kevin Ilse

      Du hast vollkommen recht! Kinder oder ähnliche Gründe können natürlich immer dazwischen kommen und entschuldigen jedes frühere Gehen oder Absage!

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