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Selbstgemachte Pasta aus Schüttelbrot

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Wie schon letztes Jahr, haben wir auch dieses Silvester in Südtirol bei der Familie vom Vegetarier verbracht. Dort durfte ich – auch schon wie letztes Jahr – zum einen am Holzofen der Schwiegermutter kochen und zum anderen haben wir unsere Vorräte an Südtiroler Spezialitäten aufgestockt.

(Wir haben natürlich ganz viele andere Dinge auch gemacht, aber die hatten nur bedingt mit Essen zu tun und sind deshalb weniger interessant… Wobei Glühwein seit Weihnachten ja irgendwie fast als Nahrungsmittel durchgeht…) 

Was natürlich immer mit nach Hause muss, ist Schüttelbrot. Wer’s nicht kennt, hat erstens was verpasst und sollte zweitens wissen, dass Schüttelbrot ein dünnes Fladenbrot voll gepackt mit Kümmel, Anis und Fenchel ist. In Südtirol ist es entweder Teil der Jause – dort nennt man die Marende – oder wird zum Wein geknabbert. Südtiroler Chips sozusagen…

Dieses Jahr konnten wir uns bei der Heimreise jedenfalls zusammen reißen (bzw. haben wir einfach soviel Schüttelbrot gekauft), so dass es tatsächlich noch etwas davon bis nach Wien geschafft hat. Am Tag vor unserer Heimreise ist mir während eines Waldspaziergangs die Idee gekommen, dass ich einen Teil des Brots zu Pasta verarbeiten könnte. Zu Hause angekommen, musste ich das gleich ausprobieren…

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Und für alle, die jetzt fragen “Und was für eine Sauce soll ich dazu machen?” ist mein Rat: Keep it simple! Wer sich soviel Arbeit macht und Pasta selbst herstellt sollte sie dann nicht in Unmengen Tomaten-Sugo oder gar Obers-Sauce ertränken!

Zu diesen Nudeln passt etwas braune Butter und frisch geriebener Parmesan. Wer gern etwas “mehr” zwischen seinen Nudeln hat und so wie ich, neben Schüttelbrot auch ein gutes Stück Speck aus dem Südtirol-Urlaub mitgebracht hat, kann auch etwas von dem dazu geben.

Dafür habe ich den klein gewürfelten Speck mit etwas gehacktem Knoblauch angebraten. Anschließend kommt die gekochte Pasta, eine Handvoll geriebener Parmesan, ein Stück Butter und eine Tasse vom Nudelhochwasser dazu in die Pfanne. Beim gründlichen – aber vorsichtigem – Umrühren entsteht so eine leckere Sauce.

Die Zutaten:
200 g Weizenmehl (Typ 00)
100 g Schüttelbrot
3 Eier
etwas eiskaltes Wasser

Und so wird’s gemacht:
Mit der Hilfe eines Multizerkleinerers das Schüttelbrot zu feinem Mehl verarbeiten. Am besten benützt man für das Rezept etwas älteres Schüttelbrot. Sehr frisches ist manchmal noch nicht ganz hart und etwas zäh sein, das macht das mahlen schwerer.

Kannst du, wie ich, nicht warten bis das Brot alt ist, kannst du das Brot auch für zirka 15 Minuten bei 100 Grad im Ofen trocknen, bevor du es zerkleinerst.

Anschließend in einer Schüssel das Weizenmehl abwiegen und das fein geriebene Schüttelbrot dazu geben. Die drei Eier dazu geben und alles zusammen mit einem Schuss kaltem Wasser zu einem Teig verkneten.

Den Teig solange kneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Sollte der Teig krümmeln, etwas mehr Wasser dazu geben und gut verkneten. In ein Stück Klarsichtfolie einwickeln und im Kühlschrank für 30 Minuten ruhen lassen.

Die Pastamaschine bereit machen. Den Teig vierteln und jedes Stück mit Hilfe der Maschine dünn auswalzen. Wird der Teig beim Auswalgen klebrig, wird er mit ein wenig Mehl bestaubt.

Das Bearbeiten mit der Maschine gestaltet sich etwas kniffliger als beim Standard-Pastateig, denn der ganze Kümmel und die anderen Gewürze des Schüttelbrots reißen schnell Löcher in den Teig. Ich habe es auf Stufe 5 (von 9) meiner Pastamaschine geschafft, bei Stufe 6 ist er mir immer eingerissen. Diese Stärke stellte sich aber für die Bandnudeln als dünn genug heraus!

Ist der Teig ausgerollt, wird er locker eingerollt und in fünf Millimeter dünne Nudeln geschnitten. Hat man eine Pastamaschine mit einer Walze zum Schneiden von Tagliatelle (wie meine – haha!), kann man natürlich auch die verwenden.

Die Nudeln werden wie andere frische Pasta in ausreichend gesalzenem Wasser für 2-3 Minuten gekocht!

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