Allgemein

Eine Lebensgeschichte, oder wie Tomatensuppe in mein Leben trat.

5 Kommentare

Man kann die Österreicher ja in zwei Gruppen teilen: die Tomaten-Sager und die Paradeiser-Versteher. Und gerade in letzter Zeit wird wieder viel rund um den Namen der roten Frucht diskutiert. Ich jedenfalls stehe nicht ihrer Bezeichnung, sondern der Tomate selbst mit gemischten Gefühlen gegenüber. In Form von Bolognese und “dem roten Zeug” auf der Pizza hatte ich noch nie Probleme mit der runden Frucht. Doch im rohen und puren Zustand konnte man mich als Kind damit jagen.

Erst im hohen Alter von 19 Jahren freundeten wir uns immer weiter an und mittlerweile kann ich sagen, ein Leben ohne die Tomate wäre nur halb so spannend! Überbleibsel aus meiner kindlichen Geschmacksverwirrung bleiben trotzdem. Tomatensaft und auch Suppe traue ich bis heute nicht über den Weg. Korrektur: Traute!

Mutig wie ich bin, stellte ich mich nämlich diese Woche meiner Abneigung mutig entgegen und probierte dieses Rezept aus. Das ich übrigens aus der britischen Ausgabe vom Jamie Oliver Magazin habe.

Es war eigentlich recht fix gekocht und war ein – okay ich geb’s zu – echt leckeres Abendessen in Kombination mit einem Mozzarella-Pesto-Sandwich! Und wer weiß, vielleicht taucht bald am Horizont auch ein Glas Tomatensaft auf mich zukommen…

Die Zutaten für 2 Personen:
rund 1 kg reife Tomaten
4 getrocknete Tomaten in Öl eingelegt
1 Handvoll Basilikum
1 ganze Knolle Knoblauch
3 EL Rotweinessig
1 Teelöffel brauner Zucker
4 Scheiben Weißbrot
1-2 Kugeln Mozzarella
2 EL Pesto Genovese aus dem Glas (selbstgemacht oder gekauft)

Und so wird’s gemacht:
Tomaten waschen und in eine Auflaufform oder auf ein Blech legen. Die Knoblauchknolle so wie sie ist einmal halbieren und samt Schale zu den Tomaten geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, mit ein paar Spritzer Olivenöl beträufeln und bei 200 Grad im vorgeheizten Backofen solange backen bis die Tomaten aufgesprungen und weich sind. Das dauert ungefähr 20 bis 30 Minuten.

Sind die Tomaten fertig gebacken, dürfen sie einen Moment rasten und kommen anschließend in einen Blender. Den Knoblauch von seiner Schale trennen – das geht jetzt ganz leicht – und zu den Tomaten in den Mixer geben. Das gleiche Schicksal ereilt den Basilikum, die getrockneten Tomaten, den Rotweinessig und den braunen Zucker.

Kräftig mixen bis alle Zutaten zerkleinert sind. Als kleine Vorwarnung für alle Passier-Fans: Die Suppe hat kleine Stückchen drinnen. Mich persönlich stört das ja nicht, ich hab’s gern so rustikal Wer’s gern dünner hat, mixt die Suppe solange bis sie die gewünschte Konsistenz hat. Wem hingegen die Suppe  zu dick ist, kann sie mit etwas Gemüsebrühe strecken.

Jetzt nur noch mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas Essig abschmecken. Hitzköpfe verleihen der Suppe mit einem Klecks Chilipaste etwas Schärfe.

Während die Tomaten im Ofen backen, werden die Sandwiches vorbereitet. Dazu werden zwei Brotscheiben mit Pesto bestrichen und der in Scheiben geschnittene Mozzarella darauf verteilt. Die beiden restlichen Brotscheiben dienen als Deckel.

Die Sandwiches jetzt in einem Plattengrill toasten bis der Mozzarella geschmolzen ist. Funktioniert in einer Pfanne oder im Backofen natürlich auch. Anschließend halbieren und zur Suppe servieren.

Kommentare

  1. Jenny

    wow! das ist ein tolles rezept! ich bin ja auch ein kleiner jamie oliver fan und hab mehrere seiner kochbücher zuhause.
    ich hab noch nie tomatensuppe selbst gemacht, obwohl ich eine recht passable tomatensauce hinbekomme. vielleicht gibt’s bald auch tomatensuppe bei uns :) könnte mir ein kulinarisches leben ohne die rote frucht gar nicht vorstellen!

    ps ein generelles lob an deinen blog. ich finde die rezepte wunderbar und sie treffen fast alle meinen geschmack auf den punkt! fotos sind immer sehr schön und auch die texte dazu lese ich sehr sehr gern. neuer lieblingsfood-blog :D

  2. Kevin Ilse

    die Suppe solltest du echt ausprobieren, war super lecker und wird in meinem Standard-Repertoire aufgenommen ;-) vielen dank für die netten Worte! Freue mich immer über Feedback. Noch dazu wenn es sooooo positiv ist!

  3. Nadja

    Bruah, Tomatensaft. Ich kenn ja niemanden, der den freiwillig trinkt, nur im Flugzeug sind alle verrückt danach. Tomatensuppe hab ich noch nie selber gemacht, aber das Rezept merk ich mir :)

    Liebe Grüße
    Nadja

  4. roughcutblog

    ja, Tomatensaft, hab mich auch schon damit herumgeplagt, zahlt sich aber aus, siehe: http://www.roughcutblog.com/2012/04/tomatensaft-schmeckt-auch-am-boden.html, Grüße aus meiner Küche!

  5. Alexia@NamasteYoga

    ahh dieses jamie rezept kenn ich und ist definitely here to stay ;) ein klasse rezept. perfect für kühle herbsttage! :)

Hinterlasse eine Antwort